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Tauchen lernen: Wie läuft der Open Water Diver ab?

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PADI Open Water Diver - Tauchen lernen bei Dive King

Tauchen lernen klingt nach einer großen Sache: Prüfung, Theorie, Ausrüstung, Tiefe. In Wirklichkeit ist der Open Water Diver ein sehr geordneter Kurs mit drei klaren Abschnitten, und die meisten sind überrascht, wie schnell sie zum ersten Mal unter Wasser atmen. Wir zeigen dir hier Schritt für Schritt, was dich erwartet – von der ersten Theorieeinheit am Laptop bis zum vierten Freiwasser-Tauchgang.

Was ist der Open Water Diver überhaupt?

Der Open Water Diver, kurz OWD, ist die erste vollwertige Zertifizierungsstufe im Gerätetauchen. Mit dem Brevet in der Tasche darfst du weltweit eigenständig mit einem Tauchpartner tauchen, bis zu einer Tiefe von 18 Metern. Kein Tauchlehrer muss dabei sein, keine Aufsicht, keine Genehmigung pro Tauchgang – das Brevet ist international anerkannt und läuft nicht ab.

Damit unterscheidet er sich von den kürzeren Einstiegsformaten: Das Schnuppertauchen (Discover Scuba Diving) ist ein einmaliges Erlebnis unter Aufsicht, der Scuba Diver berechtigt dauerhaft zu Tauchgängen unter professioneller Begleitung. Der Open Water Diver ist der Kurs, auf dem alles Weitere aufbaut – jeder Spezialkurs, der Advanced Open Water, der Rescue Diver, am Ende die Tauchlehrerausbildung.

Wer darf mitmachen? Die Voraussetzungen

Die Hürden sind niedriger, als viele denken:

  • Alter: ab 10 Jahren. Wer zwischen 10 und 14 ist, bekommt den Junior Open Water Diver – inhaltlich derselbe Kurs, nur mit Tiefenbegrenzung und der Vorgabe, mit einem Erwachsenen oder einem Tauchprofi zu tauchen. Mit 15 wird daraus automatisch das normale Brevet.
  • Schwimmen: Du musst sicher schwimmen können. Der Nachweis ist entweder eine Strecke von 200 Metern ohne Hilfsmittel oder 300 Meter mit Maske, Schnorchel und Flossen. Die Zeit spielt keine Rolle, es geht nur darum, dass du dich im Wasser wohlfühlst. Dazu kommen 10 Minuten Wasserlage – schweben, treiben, Wasser treten, wie du magst.
  • Gesundheit: Vor dem Kurs füllst du einen standardisierten Fragebogen zur Tauchtauglichkeit aus. Beantwortest du alles mit Nein, reicht das. Gibt es ein Ja – etwa Asthma, Herz-Kreislauf-Themen oder bestimmte Medikamente – brauchst du vorab die Freigabe eines Arztes.
  • Vorerfahrung: keine. Wirklich keine.

Schritt 1: Die Theorie per eLearning

Der theoretische Teil läuft heute online über das PADI eLearning. Du bekommst deinen Zugang, arbeitest fünf Kapitel durch und bestimmst das Tempo selbst – am Laptop, am Tablet oder auf dem Handy, offline genauso wie online. Rechne insgesamt mit rund acht bis fünfzehn Stunden, verteilt über so viele Abende, wie du brauchst.

Inhaltlich geht es um die Dinge, die unter Wasser wirklich zählen: Wie verhält sich Druck auf Körper und Ausrüstung, warum musst du beim Auftauchen langsam werden, wie planst du einen Tauchgang mit Tabelle und Tauchcomputer, wie funktioniert deine Ausrüstung, und was machst du, wenn etwas nicht nach Plan läuft. Nach jedem Kapitel gibt es einen kurzen Wissenstest, am Ende eine Abschlussprüfung.

Kein Grund zur Nervosität: Du kannst Fragen wiederholen, und dein Tauchlehrer geht vor den Praxiseinheiten ohnehin alles durch, was offengeblieben ist. Wenn du den Komplettkurs bei uns buchst, ist das eLearning im Preis enthalten. Wer lieber getrennt bucht oder schon weiß, dass er später weitermachen will, findet die Zugänge auch einzeln im Shop unter PADI eLearning Open Water Diver.

Schritt 2: Die Pooleinheiten

Jetzt wird es praktisch. Im geschützten Wasser – bei uns im 33-Meter-Becken des Waldbads Oberhausen, ein paar Kilometer von Neuburg entfernt – lernst du in fünf Einheiten alles, was du später im See beherrschen musst.

Der erste Schritt ist immer derselbe: Ausrüstung aufbauen, Gesicht ins Wasser, durch den Atemregler atmen. Dieser Moment ist bei fast allen der, an den sie sich Jahre später noch erinnern. Danach kommen die Fertigkeiten nacheinander dran, in kleinen Schritten und so oft wiederholt, bis sie sitzen:

  • Maske ausblasen – Wasser in der Maske ist kein Notfall, sondern Routine. Das übst du, bis du die Maske komplett abnehmen und unter Wasser wieder aufsetzen kannst.
  • Atemregler wiederfinden und freiblasen – falls er dir je aus dem Mund fällt.
  • Tarieren – der eigentliche Kern des Tauchens: mit Atmung und Jacket schwerelos im Wasser stehen, ohne auf den Grund zu sinken oder nach oben zu steigen.
  • Wechselatmung und Notaufstieg – gemeinsam mit dem Partner atmen, kontrolliert auftauchen. Damit du weißt, was zu tun ist, bevor du es brauchst.
  • Ausrüstung an der Oberfläche und unter Wasser an- und ablegen, Bleisystem lösen, Kompass halten, tauchen ohne Maske.

Es gibt keinen Zeitdruck. Eine Übung gilt erst als abgeschlossen, wenn sie entspannt gelingt – und wenn du sie dreimal machen willst, machst du sie dreimal.

Schritt 3: Die vier Freiwasser-Tauchgänge

Der letzte Abschnitt findet im offenen Wasser statt. Wir fahren dafür an den Friedberger Baggersee bei Augsburg, ein etabliertes Tauchgewässer mit rund 15 Metern Tiefe und mehreren Einstiegen. Vier Tauchgänge stehen an, verteilt auf in der Regel zwei Tage.

In den ersten beiden Tauchgängen zeigst du in geringer Tiefe noch einmal die wichtigsten Fertigkeiten aus dem Pool – diesmal ohne Beckenrand, mit Neopren, echter Sicht und echter Temperatur. Das ist der eigentliche Unterschied zum Schwimmbad, und genau deshalb macht man es. Tauchgang drei und vier gehen tiefer, du planst mit, navigierst mit dem Kompass und tauchst zunehmend eigenständig neben deinem Tauchlehrer statt hinter ihm.

Nach dem vierten Tauchgang bist du zertifiziert. Das vorläufige Brevet gibt es sofort digital in der PADI-App, die Karte kommt per Post nach.

Wie lange dauert das Ganze?

Die Praxis lässt sich gut in zwei verlängerte Wochenenden packen: ein Wochenende Pool, ein Wochenende See. Die Theorie machst du davor, wann immer es dir passt. Wer es eilig hat, schafft den Kurs in knapp einer Woche; wer nebenbei arbeitet, verteilt ihn entspannt über vier bis sechs Wochen.

Ein Punkt zur Planung in Bayern: Die Pooleinheiten finden im Freibad statt, das etwa ab Ende Mai geöffnet ist. Wer im Sommer tauchen will, fängt deshalb am besten im Frühjahr mit der Theorie an. Die aktuellen Starttermine stehen unter Kurstermine.

Was kostet der Open Water Diver und was ist enthalten?

Bei uns kostet der komplette Open Water Diver aktuell 529 Euro (Preisliste Stand 12/2025). Darin enthalten sind:

  • das PADI eLearning inklusive Prüfung,
  • die komplette Leihausrüstung außer der persönlichen ABC-Ausrüstung, also Jacket, Atemregler, Anzug, Flasche und Blei,
  • neun Tauchgänge in Schwimmbad und Freiwasser,
  • alle Eintritte und Gewässergebühren,
  • Brevet und Logbuch.

Die vollständige Übersicht mit allen Kursen findest du in der Preisübersicht der Tauchschule. Ein Vergleich lohnt sich übrigens immer entlang dieser Liste: Bei vielen Angeboten sind Eintritte, Leihausrüstung oder das eLearning nicht mit drin.

Welche Ausrüstung brauchst du selbst?

Für den Kurs musst du nichts kaufen – bis auf die sogenannte ABC-Ausrüstung, und die willst du ohnehin selbst haben. Maske, Schnorchel und Flossen sind die Teile, bei denen die Passform über den Spaß entscheidet:

  • Tauchmaske: Eine Maske, die nicht zu deinem Gesicht passt, läuft voll und beschlägt. Zehn Sekunden Anprobe im Laden ersparen dir vier Tauchgänge Ärger.
  • Tauchflossen: Für den Kurs in unseren Breiten sind Geräteflossen mit Fersenband und Füßling die übliche Wahl.
  • Schnorchel: unspektakulär, aber an der Oberfläche Gold wert.

Alles andere – Jacket, Atemregler, Anzug, Blei, Flasche – stellen wir. Das ist auch der bessere Weg: Nach dem Kurs weißt du deutlich besser, was du willst. Viele kaufen als Nächstes einen Tauchcomputer, danach den Atemregler und das Tarierjacket.

Nach dem Brevet: Wie geht es weiter?

Der Open Water Diver ist eine Lizenz zum Weiterlernen, kein Abschluss. Direkt im Anschluss bietet sich der Advanced Open Water Diver an: fünf Abenteuertauchgänge, die dich unter anderem auf 30 Meter, in die Navigation und wahlweise in den Nachttauchgang oder das Wracktauchen bringen. Wer lieber in die Breite geht, wählt einzelne Spezialkurse – Nitrox, Trockentauchen oder Perfect Buoyancy gehören zu den beliebtesten.

Und ganz unabhängig vom nächsten Kurs gilt der wichtigste Rat nach jedem Kursende: geh bald wieder tauchen. Die ersten zehn Tauchgänge nach dem Brevet machen aus dem frisch Zertifizierten einen sicheren Taucher. Wer länger als ein Jahr pausiert, frischt mit dem kurzen ReActivate-Programm alles wieder auf.

Häufige Fragen zum Open Water Diver

Muss ich vorher einen Tauchschein-Test bestehen?
Nein. Es gibt einen Theorietest am Ende des eLearnings und praktische Fertigkeiten, die du zeigen musst. Beides wird so lange geübt, bis es sitzt – durchfallen im klassischen Sinn gibt es nicht.

Ich habe Respekt vor der Tiefe. Ist der Kurs trotzdem etwas für mich?
Ja, und du bist damit in guter Gesellschaft. Der Kurs ist genau so aufgebaut, dass die Tiefe erst kommt, wenn alles andere selbstverständlich ist. Sag deinem Tauchlehrer vorher Bescheid, dann nimmt er darauf Rücksicht.

Brauche ich ein ärztliches Attest?
Nur, wenn im Tauchtauglichkeitsfragebogen ein Punkt mit Ja beantwortet wird. Bei allen anderen reicht die eigene Erklärung.

Kann ich mit Brille tauchen?
Kontaktlinsen funktionieren grundsätzlich, jedoch muss dabei einiges beachtet werden. Alternativ gibt es Masken mit optischen Gläsern – sprich uns an, wir schauen uns deine Werte an.

Wie tief darf ich mit dem Open Water Diver tauchen?
Bis 18 Meter, gemeinsam mit einem Tauchpartner. Mit dem Advanced Open Water Diver werden daraus 30 Meter.

Läuft das Brevet ab?
Nein, es gilt unbegrenzt. Nach längerer Pause ist ein Auffrischungstauchgang aber sinnvoll und bei vielen Tauchbasen im Urlaub auch Pflicht.

Kann ich den Kurs teilweise im Urlaub machen?
Ja. Theorie und Pool bei uns, die Freiwasser-Tauchgänge im Urlaub – das ist ein gängiger Weg. Du bekommst dafür eine Bescheinigung über die bereits absolvierten Teile mit.

Lust bekommen?

Wenn du in Neuburg an der Donau, Ingolstadt oder Umgebung wohnst und tauchen lernen willst: Die Kursdetails und Anmeldung findest du auf der Seite für Einsteigerkurse der Tauchschule H2O Dive & More, wie alles bei uns vor Ort abläuft, steht im Beitrag über unsere Tauchbasis in Neuburg an der Donau. Die passenden eLearnings und Kursartikel gibt es im Shop unter Einsteiger & Grundkurse und Tauchkurse & Ausbildung.

Und wenn du erst mal nur wissen willst, ob Tauchen dein Ding ist: Komm zum Schnuppertauchen. Das ist unverbindlich, dauert einen Nachmittag – und bei ziemlich vielen war es der Anfang von allem.