Tauchen im Oktober heißt, gleich zwei Welten offen zu haben. Im Mittelmeer steckt die Sommerwärme noch im Wasser, während in den Tropen die entspanntere Jahreszeit beginnt. Die Sicht wird klarer, an den bekannten Riffen geht es ruhiger zu, und entlang vieler Küsten ziehen jetzt große Tiere vorbei. Von türkischen Steilwänden über die Riffe des Roten Meeres bis nach Französisch-Polynesien reicht die Spanne in diesem Monat. Zwischen 23 und 30 Grad Wassertemperatur liegen allerdings Welten, und genau deshalb entscheidet deine Ausrüstung mit darüber, wie viel du von diesen Tauchgängen mitnimmst: der passende Anzug, eine verlässliche Lampe, ein sauber gewarteter Atemregler.

Tauchen im Oktober: die fünf Ziele im Kurzüberblick
| Tauchziel | Highlight | Wasser (ca.) |
|---|---|---|
| Türkei – Kaş (Mittelmeer) | Steilwände, Wracks, Zackenbarsche | ca. 23–25 °C |
| Papua-Neuguinea | Weltklasse-Artenvielfalt, Steilwände, Wracks aus dem Zweiten Weltkrieg | ca. 28–29 °C |
| Saudi-Arabien – Rotes Meer | Fast unberührte Riffe, Haie, Walhaie, Mantas | ca. 28–30 °C |
| Französisch-Polynesien – Moorea | Buckelwale, Haie, Korallen | ca. 25–27 °C |
| Madagaskar – Nosy Be | Riffe, Mantas, Walhaie, Wale | ca. 26–27 °C |
1. Türkei – Kaş (Mittelmeer)
Kaş liegt an der lykischen Küste, und die Topografie unter Wasser macht den Ort besonders: Die Steilwände fallen dicht vor der Küste ins Blaue ab, dazwischen stehen Zackenbarsche, die sich von Tauchern kaum stören lassen. Mehrere Wracks liegen in bequemer Reichweite und sind so bewachsen, dass sie längst Teil des Riffs geworden sind. Wenn du die Region drumherum planen möchtest, liefert das offizielle Tourismusportal der Türkei einen guten ersten Überblick.
Der große Vorteil dieses Monats liegt im Wasser selbst: Es ist noch spätsommerlich warm, sodass du auch mehrere Tauchgänge pro Tag angenehm durchstehst. Steilwände verzeihen wenig Schlamperei beim Tarieren, sind aber für solide ausgebildete Einsteiger gut machbar, solange du Tiefe und Luftvorrat im Blick behältst. Für die Wracktauchgänge ist etwas Routine sinnvoll.
Praktisch ist außerdem, dass viele Plätze vom Boot aus in kurzer Zeit erreichbar sind. So bleibt genug Zeit für ausgedehnte Oberflächenpausen, und du kannst deinen Tag rund um zwei entspannte Tauchgänge planen, statt ständig unterwegs zu sein.
Wassertemperatur: ca. 23–25 °C
Ausrüstungstipp: Ein 5-mm-Nassanzug hält dich auch beim dritten Tauchgang des Tages zuverlässig warm.
2. Papua-Neuguinea
Wer Artenvielfalt in ihrer ganzen Bandbreite sehen will, ist hier richtig. Papua-Neuguinea gehört zu den artenreichsten Tauchgebieten überhaupt: Steilwände, die im Blauwasser verschwinden, dicht bewachsene Riffdächer und Wracks aus dem Zweiten Weltkrieg liegen oft nur wenige Bootsminuten auseinander.
Gerade die Kombination macht den Reiz aus. An einem Tag hängst du an einer Wand und schaust den Schwärmen zu, am nächsten leuchtest du in einen Frachtraum hinein, in dem sich Fracht und Korallen längst vermischt haben. Für Wracktauchgänge mit Einstieg in den Innenbereich brauchst du entsprechende Ausbildung und Erfahrung, die Riffe selbst sind auch mit weniger Tauchgängen im Logbuch gut zu bewältigen.
Plane hier lieber etwas mehr Zeit ein: Die Anreise ist aufwendig, dafür wirst du mit Tauchplätzen belohnt, an denen du oft allein unterwegs bist. Wer Makrofotografie mag, findet an den Riffdächern über Tage hinweg neue Motive. Weil die Anreise über mehrere Etappen läuft, lohnt vorab ein Blick in die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts für Papua-Neuguinea.
Wassertemperatur: ca. 28–29 °C
Ausrüstungstipp: Ein 3-mm-Nassanzug reicht völlig, dazu gehört eine kräftige Tauchlampe für die Wracks ins Gepäck.
3. Saudi-Arabien – Rotes Meer
Der saudische Teil des Roten Meeres ist tauchtouristisch noch kaum erschlossen, und genau das merkst du unter Wasser. Die Riffe wirken fast unberührt, die Hartkorallenstöcke stehen dicht und unbeschädigt, und im Blauwasser tauchen Haie auf, ohne dass ein Dutzend Lampen auf sie gerichtet wären. Auch Walhaie und Mantas gehören zu den möglichen Begegnungen.
Das warme Wasser und die stabilen Bedingungen machen den Oktober zu einem angenehmen Zeitpunkt für diese Region. Die Riffdächer sind entspannt zu betauchen, an den Außenriffen solltest du mit Strömung rechnen und sauber mit deinem Team zusammenbleiben. Wer bereits Erfahrung im Roten Meer gesammelt hat, findet sich hier schnell zurecht.
Weil die Infrastruktur vergleichsweise jung ist, solltest du deine eigene Ausrüstung gut vorbereitet mitbringen und nichts dem Zufall überlassen. Ein zweiter Satz Maskenbänder und ein kleines Ersatzteilset im Gepäck haben sich dabei schon oft bezahlt gemacht.
Wassertemperatur: ca. 28–30 °C
Ausrüstungstipp: Ein leichter 3-mm-Anzug ist ideal, weil er bei diesen Temperaturen wärmt, ohne dich einzuengen.
4. Französisch-Polynesien – Moorea
Moorea ist eine der wenigen Inseln, auf denen sich spektakuläre Landschaft über und unter Wasser so direkt verbindet. Vor der Küste liegen Korallengärten, im Blauwasser patrouillieren Haie, und mit etwas Glück hörst du Buckelwale, lange bevor du sie siehst.
Der Oktober bringt angenehme Wassertemperaturen und gute Sicht. Viele Tauchplätze liegen geschützt und sind auch für weniger erfahrene Taucher zugänglich, während die Außenriffe mehr Routine verlangen. Wenn Wale in der Nähe sind, zählt vor allem Ruhe: Bleib entspannt in der Gruppe und lass die Tiere die Distanz bestimmen.
Besonders reizvoll sind die frühen Tauchgänge, wenn das Licht flach durch das klare Wasser fällt und die Korallengärten Kontrast bekommen. Für Fotografen ist das die angenehmste Zeit des Tages, weil die Oberfläche dann meist noch ruhig liegt.
Wassertemperatur: ca. 25–27 °C
Ausrüstungstipp: Je nach Kälteempfinden passt ein 3- bis 5-mm-Tauchanzug, bei mehreren Tauchgängen pro Tag eher der dickere.
5. Madagaskar – Nosy Be
Nosy Be im Nordwesten Madagaskars ist ein Ziel für alle, die Riffleben und Großfisch nicht gegeneinander abwägen wollen. Die Riffe rund um die vorgelagerten Inseln sind lebendig und farbig, gleichzeitig ziehen Mantas und Walhaie durch das Gebiet, und auch Wale sind unterwegs.
Unter Wasser wechseln sich ruhige Korallenhänge mit Plätzen ab, an denen sich Fischschwärme sammeln. Das macht die Region angenehm vielseitig und auch für Taucher mit überschaubarer Erfahrung gut planbar, solange du dich an die Bedingungen des jeweiligen Platzes hältst. Für Begegnungen im Blauwasser lohnt es sich, den Gruppenabstand klein zu halten.
Die Region lässt sich außerdem gut mit mehreren Tagesausflügen kombinieren, weil die Tauchplätze recht unterschiedlich sind. So sammelst du innerhalb einer Woche flache Korallenhänge, tiefere Riffkanten und Begegnungen im Blauwasser in einem einzigen Logbuch. Wer mehr über die Tiere erfahren möchte, findet beim Manta Trust Hintergründe zur Forschung an Mantarochen.
Wassertemperatur: ca. 26–27 °C
Ausrüstungstipp: Ein 3-mm-Nassanzug ist hier die passende Wahl für lange Tauchgänge im Warmen.
Vor der Abreise: kurz die Ausrüstung durchgehen
Der Oktober belohnt dich mit warmem Wasser und ruhigeren Riffen, aber nur, wenn deine Ausrüstung mitspielt. Nimm dir vor der Abreise eine Stunde Zeit und geh die wichtigen Punkte durch: Wann war dein Atemregler zuletzt in der Revision? Sitzt der Anzug nach dem Sommer noch? Ist deine Signalboje griffbereit und die Lampe geladen? Was dir dabei auffällt, findest du in unserem Bereich für Pflege und Wartung oder direkt in den passenden Kategorien.
Ein Punkt wird bei der Reisevorbereitung gern übersehen: Viele Auslandsreisekrankenversicherungen schließen Tauchunfälle aus oder decken sie nur eingeschränkt ab. Wer im Urlaub regelmäßig ins Wasser geht, sollte deshalb vor der Abreise eine spezielle Tauchversicherung abschließen.
Als Vertriebspartner von aqua med können wir dir deren Tauchversicherung guten Gewissens empfehlen: Jetzt Tauchversicherung abschließen
